#VDMO
Vereinigung der Medien-Ombudsleute
, Heike Groll

Tag des Lokaljournalismus

Für mehr als 300 Zeitungen in Deutschland ist der Befund eindeutig: Das journalistische Herz schlägt lokal. Und es schlägt da besonders stark, wo Redaktionen auch in eigener Sache Transparenz schaffen, eine offene Fehlerkultur und kontinuierlichen Dialog mit Leserinnen und Lesern pflegen. Dafür stehen auch die in der Vereinigung der Medien-Ombudsleute (VDMO e.V.) engagierten Journalistinnen und Journalisten, die für ihre Medienhäuser als Leseranwälte, Ombudsleute, Leser-Botschafter oder Dialogredakteure an der Schnittstelle zwischen Publikum und Redaktion wirken.

Sie haben insbesondere die Qualitätsstandards im Blick, wie sie unter anderem in Presserecht und Pressekodex festgelegt sind und an denen sich professionelle Recherchen und Berichterstattung messen lassen. Nur glaubwürdiger Lokaljournalismus ist echter und zukunftsfähiger Lokaljournalismus, so der VDMO.

Lange habe man geglaubt: „An der Lokalzeitung kommt keiner vorbei, denn Informationen brauchen die Leute immer.“  Nach dem rasanten Einzug von Internet, Social Media und KI wissen wir: Die Lokalzeitung ist für immer mehr Menschen nur ein Angebot unter vielen auf einem hart umkämpften Markt, und insbesondere Jüngere nutzen Medien anders als ihre Eltern und Großeltern. Was Medien bieten, muss zu den persönlichen Bedürfnissen passen, denn Zeit und Aufmerksamkeit sind für alle knapp.

Laut VDMO ist dies ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Lokaljournalisten, sich auf ihre Stärken zu besinnen. Diese werden mehr denn je gebraucht und stehen auch beim bundesweiten „Tag des Lokaljournalismus“ im Mittelpunkt. Das heißt vor allem nah dran sein, zuhören, einordnen. Reporter sind das ganze Jahr über in Dörfern und Städten unterwegs, sie treffen Menschen, erfahren ihre Wünsche, Sorgen und Anliegen. Sie veröffentlichen, was Vereine, Unternehmen, Parteien und lokale Initiativen auf ihren Internetseiten und Social-Media-Kanälen oder Kommunen in ihren Amtsblättern nicht so gern kundtun. Sie schaffen Über- und Durchblick: Welche unterschiedlichen Sichtweisen auf ein Thema gibt es? Was ist bisher geschehen? Wie könnten sich Entscheidungen auswirken?