Feedback-Redakteurin WESER-KURIER und Bremer Nachrichten

Menschen interessieren sich für Menschen. Darauf setzt Monika Felsing als Feedback-Redakteurin von WESER-KURIER und BREMER NACHRICHTEN und sorgt gemeinsam mit einem Kollegen dafür, dass sich jedes Jahr Tausende von Leserinnen und Lesern auf der Seite „Briefe an die Redaktion“ wiederfinden.

Die Feedback-Redaktion ist 2018 mit dem Auftrag angetreten, zwischen der Leserschaft und der Redaktion zu vermitteln. Im redaktionellen Alltag bedeutet das zunächst einmal, Kritik, Lob oder Nachfragen auf dem schnellsten Weg an diejenigen weiterzuleiten, die im Bilde sind und kompetent antworten können. Gleichzeitig filtern wir die zahlreichen Anregungen, die in Leserbriefen stecken, um sie als Themenvorschläge an die einzelnen Ressorts weiterzugeben. Wir sprechen mit Leserinnen und Lesern darüber, was aus redaktioneller Sicht geht und was nicht geht, verweisen auf Community-Regeln, für die gedruckte Ausgabe auch auf Zeit- und Zeilenlimits, und holen so manche Kuh vom Eis. Ganz nebenbei schulen wir die Medienkompetenz unserer eigenen Klientel, indem wir in Mails und Gesprächen die gesellschaftliche Rolle einer unabhängigen Tageszeitung erläutern, die Prinzipien der journalistischen Ethik, publizistische Verantwortung und nicht selten die Grenzen der Meinungsfreiheit oder andere Spielregeln der Demokratie. Wir geben Abonnentinnen und Abonnenten Einblicke in die Arbeit der Redaktion und bitten um Verständnis, wenn einmal etwas nicht so gelaufen ist, wie es sollte oder wie sie es sich vorgestellt haben. Und nicht zuletzt redigieren wir tagtäglich Leserbriefe und kümmern uns gemeinsam mit einem Editor oder einer Editorin um die  Seite „Briefe an die Redaktion“, die immerhin sieben Tage die Woche im Blatt ist und trotzdem nur einen kleinen Teil der im Verlag eingehenden Leserbriefe aufnehmen kann. Angesichts der Menge ein echtes Nadelöhr!

Bewährt haben sich im Sinne von Transparenz und Medienkompetenz gelegentlich genutzte Rubriken wie „Im Dialog“, in der Redaktionsmitglieder eine Frage zur Berichterstattung öffentlich beantworten, manchmal auch nur zu einer Überschrift oder zu den Auswahlkriterien für ein Foto. Einige besonders stark an der Redaktion interessierte, langjährige Leserinnen und Leser haben 2019 ein Tagespraktikum absolviert und sich selbst einen Eindruck davon verschafft, wie viel redaktionelle Arbeit unter welchen Bedingungen geleistet wird. „Hätte nicht gedacht, dass da so viel dranhängt“, war die Standardreaktion nach dem Besuch von Konferenzen und dem gemeinsamen Redigieren von Briefen an die Redaktion. Die viel gelesene Seite „Kinderzeitung extra“ hat 2020 eine eigene Kinderleserbriefrubrik bekommen. Und wir versuchen, Leserbriefschreiberinnen und Leserbriefschreiber das Online-Kommentieren schmackhaft zu machen.  Noch sind es für viele Menschen zwei Welten, das zeigt sich immer wieder. Und beide werden professionell begleitet. Um die Social Media Kanäle und die Online-Kommentare kümmern sich Kolleginnen und Kollegen am Newsdesk.

Immer wieder stellen wir fest: Feedback macht schlauer. Nicht nur die Leserinnen und Leser lernen etwas von der Redaktion, auch die Redaktion erfährt in diesem Dialog so einiges: In ihren Briefen beweisen Männer und zunehmend auch Frauen aus der ganzen Region ein enormes Fach- und Detailwissen, Weltoffenheit, Lokalkompetenz („auch Ortsnamen sind Nachrichten“), Lebenserfahrung, Diskussionsfreude und Meinungsstärke, aber auch Mitgefühl und Humor. Viele von ihnen sind engagiert und neugierig. „Auch wenn ich wenig Zeit habe: Zwei Seiten lese ich immer“, hat eine Leserbriefschreiberin der Redaktion versichert. „Die Meinungsseite der Redaktion und die Leserbriefseite. Ich will wissen, was andere Menschen über das denken, was hier und in der Welt vor sich geht.“ Dieses wechselseitige Interesse ist der eigentliche Schlüssel zum Erfolg und lässt sich in einem Wort ausdrücken: Leserinnen-Blatt-Bindung. Und Ihr, liebe Leser? Seid selbstverständlich mitgemeint.

Monika Felsing ist 1965 in Hessen geboren, hat in Gießen Mittlere und Neuere Geschichte, Fachjournalismus, Germanistik und Politik studiert, arbeitet seit 1983 journalistisch und lebt seit mehr als drei Jahrzehnten in Bremen. Etwa genauso lange ist sie für die Bremer Tageszeitungen AG tätig, zunächst als Freiberuflerin, dann als Volontärin und seither als Redakteurin. Unter anderem hat sie die Stadtteilberichterstattung mit aufgebaut und an anderen lokalen Projekten mitgewirkt. Seit vielen Jahren engagiert sie sich im Betriebsrat. Für die Sonderseitenserie „Ohrzeit“, in der es um Kommunikationsbedingungen im öffentlichen Raum ging, hat sie eine Auszeichnung erhalten, als Barrierefreiheit noch kein großes Thema war. Barrierefrei sollte ihrer Überzeugung nach auch die Verständigung mit den Leserinnen und Lesern sein. „Auch wenn wir Grenzen setzen müssen: Alle sollten die gleiche Chance haben, Gehör zu finden.“ Und das heißt zunächst einmal, sich gegenseitig zu respektieren und sich nicht im Ton zu vergreifen. Frei nach Herrn Knigge, der schließlich auch in Bremen Spuren hinterlassen hat.

Der direkte Kontakt zur Feedback-Redaktion des WESER-KURIER ist per E-Mail an  lesermeinung@weser-kurier.de möglich.

WESER-KURIER Mediengruppe
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Feedback-Redakteurin
Martinistraße 43
28195 Bremen
monika.felsing@weser-kurier.de
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